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Absinth doch nicht verboten!
Wie man mit Absinth die Geister rief…

veröffentlicht am September 3, 2009 von John Doe | abgelegt unter Erschreckende News

Ist Absinth nun verboten oder nicht? Das Teufelszeug, dessen Mythos von ungeheuerlichsten Geschichten und Erfahrungsberichten untermauert wird darf getrunken werden. Und die Entarnung seiner tiefsten Geheimnisse seiner Wirkung kann nun jeder willige Probant im Selbstversuch ausprobieren!

 

Absinth, das magische, giftgrüne Getränk der Künstler. Wer hat nicht schon davon gehört, oder es gar selbst genossen? Der Mythos: beim Genuss von Absinth, soll eine grüne Fee erscheinen. Berühmtheiten wie Vincent van Gogh, Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe und Oscar Wilde schworen auf die anregende, mystische Wirkung des grünen Kräuterschnapses. Die Kräuter Wermut, Anis und Fenchel  geben dem Gebräu seinen charakteristischen, würzigen Geschmack. Vom lateinischen Absinthium also Wermut  leitet sich auch der Name Absinth ab. 

 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Absinth, vor allem in Frankreich und anderen europäischen Staaten ein Modegetränk. Es stand allerdings schnell im Ruf schwer abhängig und krank zu machen. Dies wurde dem Thujon angelastet, einem Nervengift, welches im Absinth vorhanden sein sollte und zu Halluzinationen, Blindheit, Krämpfen und körperlichem Verfall führen sollte. Besondere Berühmtheit erlangte die grüne Stunde – es galt in Frankreich als besonders chic, zwischen 17:00 und 19:00 Uhr Absinth zu trinken und zwar in rauen Mengen.

 
Nach einem aufsehenerregenden Mordfall im August 1905 wurde Absinth in den USA, der Schweiz, Frankreich und den meisten anderen europäischen Staaten verboten. Der Weinbergarbeiter Jean Lanfray hatte nach großzügigem Absinth-Genuss nicht nur seine schwangere Frau, sondern auch seine 2- und 4-jährigen Töchter ermordet. Seit 1998 ist der Genuss von Absinth jedoch wieder erlaubt.

 
Die grüne Fee – entzaubert!

 
Doch nun ist die grüne Fee entzaubert. Ein Forscherteam um Dirk Lachenmeier vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe untersuchte in einer Studie die Inhalte alter, erhaltener Absinth-Flaschen. Das Ergebnis: Der Absinth unserer Vorfahren enthielt weit weniger Thujon als angenommen, nämlich genauso wenig wie heutiger Absinth. Der Thujon-Gehalt war sogar so niedrig, dass eine messbare Wirkung ausgeschlossen ist. Schuld an den schädlichen Auswirkungen war schlicht der extrem hohe Alkoholgehalt, der auch heute noch zwischen  45 – 85 % liegt. Auch die zahlreichen Fuselstoffe, die im damals qualitativ sehr minderwertigen Absinth zu finden waren, dürften für die schweren gesundheitlichen Schäden verantwortlich gewesen sein. Wegen dem hohen Alkoholgehalt wird Absinth ausschließlich mit Wasser verdünnt getrunken. Dabei gibt es mehrere traditionelle Rituale um den Feentrunk zu trinken. Neben dem schweizer und dem französischen Trinkritual ist das tschechische Feuerritual das Spektakulärste.

 
Rezept: Tschechisches Feuerritual

 
Dazu werden 1 bis 2 Stückchen Würfelzucker auf einen speziellen Absinth-Löffel gelegt, der auf dem Trinkglas aufliegt. Eine kleine Menge Absinth, welche über die Zuckerwürfel gegossen wird, tränkt den Zucker mit Alkohol, damit er angezündet werden kann. Sobald der Zucker Blasen wirft, wird kaltes Eiswasser über den Löffel gegossen, bis das Glas ausreichend gefüllt ist. Hierbei färbt sich das Getränk auf magische Weise von giftgrün zu milchigweiß. Das Mischungsverhältnis Absinth zu Wasser beträgt 1:3 oder 1:5.

 
Und nun Prost! Ob beim Absinth-Genuss wirklich eine grüne Fee erscheint, dass muss jeder selbst herausfinden.



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Ein Kommentar

  1. Friedrich Bonehead sagt:

    Ich trink den gerne! Macht mich zwar nicht kreativ, aber knallt ordentlich rein!

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