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Gruselgeschichten

Gruselgeschichte: Der weiße Geist vom Dargle-Tal

veröffentlicht am Oktober 19, 2009 von John Doe | abgelegt unter Gruselgeschichten

Bei Bray, in der Nähe von Dublin, steht ein mächtiger Felsen am Rande einer Schlucht. Es ist der „Lovers‘ Leap„, ein magischer Ort, der vor langer Zeit Schauplatz einer Tragödie war. Hier lockte ein rachsüchtiger Geist eine junge Frau in den Tod. Hier ist ihre Geschichte:

Canyon silhouetteIn Bray lebte einmal eine Frau, die ein unstetes Leben führte. Sie hatte einen Liebhaber, der sie über alles liebte. Doch sie wandte sich alsbald einem schöneren, galanteren Mann zu und betrog den Liebhaber. Die Frau sang gerade ihrem neuen Geliebten eine alte Volksweise um ihn zu bezirzen. Ihre Stimme war klar und hell und jedem der sie hörte war leichter ums Herz.

Doch in dem Moment als sie aufhörte zu singen, fing die Totenglocke an zu läuten. Im Dorf war ihr voriger Liebhaber an gebrochenem Herzen gestorben, als er hörte wie sie für einen anderen sang. Sie war völlig bestürzt und lief zum Friedhof. Die Erde auf dem Grab war frisch aufgeschüttet. Sie kniete nieder und verharrte bei dem Grab. Selbst als die Dunkelheit hereinbrach blieb sie dort sitzen.

Selbst Regen und Schnee konnten sie nicht davon abbringen, bei dem Grab sitzen zu bleiben. So saß sie dort die ganze Nacht und auch die nächste Nacht verließ sie die Stelle nicht. Ihre Verwandten und auch der neue Liebhaber flehten sie an ins Haus zu kommen doch sie hörte auf niemandem.

Sie war so tief getroffen, dass jemand wegen ihr gestorben war, dass sie jeden Abend zum Grab ging und die Trauerstätte erst in den frühen  Morgenstunden wieder verließ. Sie war davon überzeugt ihr Leben als Sühneopfer darbringen zu müssen, für den, der um ihretwillen dahingeschieden war. Bald erlitt sie einen Nervenzusammenbruch und erzählte ihrer Schwester, sie hätte den Geist ihres Liebhabers gesehen.

flying pigeon weisse taubeEr sei mit ihr durchs Tal gewandert und habe ihr versprochen, sie an einen Ort zu führen, an dem sie ewig zusammen sein könnten. Die besorgte Familie sperrte die junge Frau im Haus ein, doch sie fand einen Fluchtweg. Der Bruder lief ihr hinterher und erkannte noch ihr im Winde flatterndes Halstuch, als sie zu der Klippe rannte. Sie kletterte auf den großen Felsen und ihre Silhouette überragte alles. Sie hob die Arme, als wollte sie jemanden umarmen und stürzte sich in die tosenden Fluten. Der Geist ihres Liebhabers hatte sie in den Tod gelockt.

Von diesem Tag an kann man am Abend der Mittsommernacht den Geist des Mädchens sehen. Mal fliegt sie als weiße Taube durch die Nacht, mal sieht man sie als weißes Rehkitz vorüber huschen … Sie ist auf ewig der weiße Geist vom Dargle Tal.



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4 Kommentare

  1. Elmos sagt:

    Ich war mal in Bray. Ist eine wunderschöner kleiner Ort mit einem sehr schönen Kiesstrand. Leider wusste ich nichts von diesem Felsen. Wir haben bei unserer Erkundungstour entlang des Strandes in den Klippen nur seltsame Betonbauten gefunden, die wohl noch aus Kriegszeiten stammen müssen. Jedenfalls waren die sehr verstecktr zwischen den Felsen und man musste klettern, um dorthin zu kommen.

  2. Bloody Pumpkin sagt:

    Krass, dabei mochte die den Typ doch garnicht mehr…

  3. Strawberry Princess sagt:

    Schöne Geschichte 🙂

  4. Nana sagt:

    Tolle Geschichte!Ich hab Gensehaut bekommen!Wenn man so darüber denkt das sowas mal in echt passiert sein könnte…!

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