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Masken selber basteln

Rorschach-Maske selber bauen (Deutsche Anleitung)

veröffentlicht am Februar 23, 2011 von Miss Braindead | abgelegt unter Masken selber basteln

Hobby-Filmer aufgepasst: Bauanleitung für eine Rorschach-Maske

Mit ein bisschen Geduld und etwas Übung in Hinblick auf die Software lässt sich das Vorgehen der Spezialeffekt-Schmieden in Hollywood im heimischen Wohnzimmer nachstellen! Ein Profi würde unsere Anleitung als „Proof of Concept“ bezeichnen.

Dauer: ca. 4h

Zu besorgen:
• 1 schwarze Strumpfhose
• 1 weiße Strumpfhose
• 1 optisch ansprechender Herrenhut
• Videoschnitt-Software

Nötige Hilfsmittel:
• PC
• Projektor
• Schere

Schritt 1
Zunächst zieht man die schwarze Strumpfhose über den Kopf. Das über dem Kopf abstehende Strumpfhosenbein wird geknotet, der Rest einfach abgeschnitten. Ebenso verfährt man nun mit der weißen Strumpfhose. Auf die beiden Schichten setzt man zuletzt den Hut und versteckt so die Knoten.

Schritt 2
Derart präpariert begibt man sich vor einen Greenscreen – eine grüne Decke tut’s aber auch! Nun nimmt man die Position ein, die für die tatsächliche Filmszene gedacht ist. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Kopf nicht allzu bewegt wird, da das Rorschach-Muster auf die Maske projiziert wird. Eine Vorlage ist unter www.indymogul.com/inkblot als Quicktime-Film zu finden. Sobald man dies alles im Kasten hat, geht es daran, die eigentliche Szene zu drehen.

Schritt 3
Die Vollmaskierung mit Hut, Schal und Mantel wird für den Dreh der Filmszene voraussetzt. Für eine stilechte Umsetzung benötigt man eine düstere Skyline – aber auch ein passendes Poster oder ein Scene Setter kann herangezogen werden! Des Weiteren sollte auf die Position des Gesichtes geachtet werden, so dass beide Filme problemlos überlagert und geschnitten werden können (s. Schritt 4). Auch die Kopfbewegungen sollten gering gehalten werden, da man so unnötige Komplikationen vermeiden kann.

Schritt 4
Im nächsten Schritt werden die beiden Filme passend überlagert. Dazu kommt eine spezielle Software zum Einsatz, die es ermöglicht, Filme auf mehreren Ebenen nachzubearbeiten (ähnlich wie Photoshop für Fotos). Wir raten zur Videosoftware „FXhome CompositeLab Pro“, da diese für private Benutzer als Download (www.fxhome.com) kostenlos zur Verfügung steht; allerdings wird dem Film ein Wasserzeichen hinzugefügt, was aber nicht weiter stören sollte. Kleiner Tipp: Für die perfekte Überlagerung der beiden Filme sollte man sich an der Nase orientieren!

Schritt 5
Als nächstes wird die grüne Fläche hinter der Maske abgeschnitten und die Transparenz bzw. der Kontrast der Filmaufnahmen erhöht. Falls sich auf den Filmaufnahmen der Kopf zu stark dreht oder neigt, ist es eventuell erforderlich, das Rorschach-Muster nachzuarbeiten, indem man es mit der Videosoftware verzerrt oder rotiert und derart anpasst.


Schritt 6

Sobald man mit der Nachbereitung des Films und des Rorschach Masken-Effekts zufrieden ist, wird die gesamte Sequenz gerendert und abgespeichert.


Walter Kovacs alias Rorschach alias fleckige Maske

Mal abgesehen von Hancock sehen gängige Superhelden eher so aus, als würden sie die eine Hälfte ihres Lebens im Fitness-Studio, die andere mit der Rettung in Not geratener Haustiere und Menschen verbringen. Dennoch gibt es einige wenige, die sich rein optisch deutlich abheben – wie etwa Walter Kovacs alias Rorschach, der zu jenen zählt, bei denen man vergebens nach einem körperbetonenden Ganzkörperkostüm aus Spandex sucht. Dieser Umstand mag in der Tatsache fußen, dass Kovacs als Angestellter eines Textilunternehmens ein zunächst bürgerliches Leben führt, bis er eines schönen Tages im Jahre 1962 einem besonderen Material begegnet, das sein langweiliges Dasein zu einer Existenz als Superheld verwandelt.

Bei dem ominösen Material handelt es sich um einen Stoff, der mithilfe der neuesten Technologien des Atomphysikers Jon Osterman alias Doctor Manhattan entwickelt wurde. Zwei äußerst zähe Flüssigkeiten, eine davon weiß, die andere schwarz, befinden sich zwischen zwei Latexschichten. Je nach Wärme- und Druckzufuhr verändern die beiden Flüssigkeiten unablässig ihr Muster, wobei dieses stets symmetrisch angeordnet bleibt und nie zu einer grauen Masse verschmilzt. Als kleine Randnotiz sei erwähnt, dass der Stoff ursprünglich von einer jungen Frau geordert worden war, die sich damit einkleiden wollte, aber dagegen entschied.

Im Rahmen seiner privaten Experimente findet Kovacs schnell heraus, dass sich der besondere Stoff mit einer erhitzten Schere zuschneiden lässt, ohne dass dabei dessen mysteriöse Eigenschaft zerstört wird. Da Kovacs wenig Verwendung für ein Damenkleid findet, schneidert er sich aus dem Stoff eine Gesichtsmaske zurecht, die er nun fortwährend trägt, sobald er als „Rorschach“ unterwegs ist.

Der Grund dafür, dass sich Kovacs Alter Ego von nun an „Rorschach“ nennt, was alles andere als heldenhaft, maskulin und beeindruckend klingt, ist ein ganz einfacher: Das sich immer wieder neu generierende symmetrische Muster der Maske erinnert stark an das psychodiagnostische „Tintenfleck“-Testverfahren, das vom Schweizer Hermann Rorschach (1884–1922) als projektiver Test entwickelt wurde, anhand dessen die Erfassung der gesamten Persönlichkeit des Probanden möglich sein soll.

Der Rorschach-Test bezieht zehn Tafeln mit ein, die speziell aufbereitete Tintenklecksmuster zeigen und in einer bestimmten Reihenfolge vorgelegt werden, wobei der Proband die Tafeln beliebig drehen darf. Die Auswertung des Tests erfolgt unter verschiedenen Hauptaspekten: die Lokalisierung (welcher Teil der Tafel vom Probanden gedeutet wird), die Determinanten (welche Teilaspekte dabei zählen – wie Form, Farbe, Schattierung), die Inhalte (das, was wahrgenommen wird), die Häufigkeit (ist eine Deutung originell oder banal) und besondere Phänomene (Dinge, die der Testleiter am Probanden beobachten kann – wie Antwort- und Reaktionszeiten).

Kovacs‘ Berufung zum Superhelden ist übrigens letztlich auf einen realen Mord zurückzuführen, der 1964 an der jungen Kitty Genovese begangen wurde. Sich der Vorstellung hingebend, Kitty Genovese sei die Frau gewesen, die den einzigartigen Stoff ursprünglich bestellt habe („Young. Pretty. Italian name. I’m sure it was her“), lässt Kovacs den Entschluss fassen, von nun an als Schützer der Wehrlosen zu dienen.

Nun aber genug des unnötigen Klugscheißens. Wissen wie dieses mag den eigenen Horizont erweitern, doch beeindrucken lässt sich von derlei Informationswalzen noch lange nicht jeder. Dennoch ruft unnötiges Wissen bei den Mitmenschen maßloses Erstaunen hervor, wenn man es vermag, dieses passend zur Situation hinauszuposaunen…



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Ein Kommentar

  1. iman sagt:

    mann braucht so ein schatten doch nicht unbedingt mann kann doch auch in die eine strumpfhose ein motiv schneiden und es dann über die andere strumpfhose ziehen

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