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Gruselige Ausflugsziele, Spukorte und Mysteriöses

Die Knochenkirche in Sedlec – ein schauriges Ausflugsziel

veröffentlicht am August 3, 2011 von BloodyVamp | abgelegt unter Gruselige Ausflugsziele, Spukorte und Mysteriöses

Ich habe ja wirklich schon von vielen verrückten Künstlern gehört, aber der Name des Holzschnitzers František Rint war mir bis heute unbekannt. Eine Schande, wenn ich mir sein Werk da so ansehe und auch wenn es eigentlich einfach nur krank ist, was dieser Mensch da geschaffen hat, so will ich es doch unbedingt einmal live gesehen haben.

Rint wurde 1866 vom neuen Besitzer beauftragt die alte Kapelle eines aufgelösten Klosters so kunstvoll wie möglich zu gestalten. Wie er dann auf die Idee kam die Gebeine der rund 40 000 Toten dafür zu nutzen weiß kein Mensch. Viele jedenfalls zweifeln an seiner Zurechnungsfähigkeit. Künstler, das wissen wir ja nun schon länger, müssen aber auch nicht zurechnungsfähig sein, um ihre überwältigenden Werke zu erschaffen. Genie und Wahnsinn …, aber das kennt man ja.

Wirft man einen Blick in die so genannte Knochenkirche bei Prag, dann wird man vermutlich aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, denn es soll wohl so ziemlich alles mit toten Knochen und Schädeln verziert sein. Im Kronleuchter der Kapelle sollen alle 206 Knochen des menschlichen Körpers vertreten sein, er hängt über dem Eingang zu einer Totengruft. Das verspricht ein schauerlicher Kunstausflug zu werden und der dürfte nicht nur Gotik-Liebhaber in seinen Bann ziehen.

kutnahora_die_knochenkirche_von_sedlec
Quelle: www.wilt-styles.de

Leider hat die ganze Sache auch einen Haken. Die tschechische Stadt scheint nicht allzu viel Wert auf derartige Kunstgeschichte zu legen, denn wie lange das marode Bauwerk noch steht, ist eine große Frage. Jahr um Jahr steigt die Gefahr, dass dort alles in sich zusammenfällt, da bisher keine Sanierungsarbeiten mehr stattgefunden haben. Wer also Bock auf Kunst mit Gruselfaktor hat, der sollte sich beeilen!



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2 Kommentare

  1. Jana sagt:

    Wieso ist das „krank“? Ich bin schon dort gewesen und kann nichts „krankes“ dabei finden.
    1866 war das Verständnis für Tod und Gebeine noch ein ganz anderes wie heute, wo alles schön steril und mit Blümchen auf dem Grab daher kommt. Damals gab es in den meisten Städten und Dörfern so genannte Beinhäuser, in denen die Knochen der Toten gesammelt worden sind. Wer Glück hat, der kann auch heute noch solche erhaltenen Beinhäuser finden.
    Für mich eher ein „Memento mori“ – ein daran denken, daß man auch sterblich ist. Sicherlich werden sich viele Gothics angezogen fühlen von solchen Plätzen, aber es hat ganz sicher nichts mit Gruselfaktor und dergleichen zu tun.
    MfG Jana

  2. BloodyVamp sagt:

    Hey Jana, vielen Dank erst mal für deinen tollen Kommentar! Du hast Recht, ich habe die ganze Sache mehr aus heutiger Sicht und Gewohnheit bewertet, aber dass ich es als „krank“ bezeichnet habe, war keinesfalls abwertend gemeint. Allein die Vorstellung, dass sich jemand so intensiv mit Leichenteilen beschäftigt hat, hat bei mir persönlich eben dieses Empfinden ausgelöst.

    Ein Ausflugsziel mit Gruselfaktor ist es für mich deshalb, weil ich bei dem Gedanken daran, dass all die Schädel, deren Augen dort auf mich gerichtet sind, echt sind. Es ist richtig, dass wir alle sterblich sind, aber so ziemlich keiner von uns Lebenden hat eine Vorstellung, was danach kommt, wenn etwas kommt. Ein weiterer Streitpunkt, schätze ich.

    Was ich schade finde ist, dass dieser Ort (ob man sich nun gruselt oder nicht) vom Verfall bedroht ist und somit vielleicht bald gar nicht mehr gesehen werden kann. Jeder würde vielleicht ganz anders empfinden, wenn er dort hin kommt, aber dazu muss man erst einmal die Möglichkeit behalten.

    Nochmal Danke für deine Meinung und Gute Nacht! =)

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