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Sonstiges von Angst bis Zombie

Top-Ten der unheimlichsten Totenfeste – 7. Gai Jatra

veröffentlicht am Juni 4, 2013 von misanthrobeast | abgelegt unter Sonstiges von Angst bis Zombie

118228_halloween-karneval-deko_bigIn unserem mittlerweile siebten Beitrag der zehn unheimlichsten und skurrilsten Totenkulte soll es heute um das in Nepal zelebrierte „Gai Jatra“ gehen.

Gai Jatra„, was soviel wie Festival der Kühe bedeutet, wird im nepalesischen Monat Badhra (August-September) gefeiert. Das Kuh-Fest ist eines der beliebtesten Feste Nepals und hat seine Wurzeln in antiker Zeit, als die Menschen den Gott des Todes „Yamaraj“ fürchteten. Doch die heute fröhliche und auch ironische Botschaft des TotenFestes geht auf das nepalesische Mittelalter und die Regierungszeit der Malla Könige zurück. Deshalb ist die gegenwärtige Form des „Gai Jatra“ eine Mischung aus dem Altertum und dem Geiste des Mittelalters.

Gemäß uralter Traditionen muss jede Familie, die im vergangenen Jahr einen Verwandten verloren hat, an einer Prozession durch die Straßen von Kathmandu teilnehmen und dabei eine Kuh mit sich führen.
Sollte keine Kuh zur Verfügung stehen, akzeptiert man auch einen als Kuh verkleideten Jungen. Die Kuh stellt im Hinduismus das am meisten verehrte Haustier dar und man glaubt, dass das heilige Tier der Seele des verstorbenen Verwandten auf der Reise in den Himmel hilft.

Der mittelalterliche Ursprung des Festes geht auf den König Pratap Malla zurück, der seinen Sohn verlor und dessen Gattin daraufhin in eine tiefe Trauer versank. Der König war ebenfalls traurig, seine Frau so zu sehen, doch alle seine Versuche, sie aufzuheitern, blieben erfolglos. Also versprach er demjenigen, der die Königin zum Lachen bringen könne eine beträchtliche Belohnung.
Im Rahmen des „Gai Jatra“ nun versammelte sich die Trauerprozession vor der Königin. Doch nun begannen die Teilnehmer damit, die wichtigen Vertreter der Gesellschaft zu verhöhnen und sich über sie lustig zu machen. Nachdem die Menschen auch die soziale Ungerechtigkeit und andere Übel gnadenlos ironisch angeprangert hatten, konnte die Königin ein Lächeln nichtmehr zurückhalten. Sie lachte herzhaft und Pratap Malla veranlasste, dass ab diesem Zeitpunkt Witze, Hohn, Spott, Satire und Schmähschriften zu den Traditionen jedes Totenfestes gehören sollten.

Am Nachmittag, nach der Prozession, nehmen die Menschen an einem weiteren uralten Brauchtum teil, in welchem die Teilnehmenden sich verkleiden und Masken tragen. Das Ereignis ist voll von Liedern, Witzen, Hohn und Spott bis hin zum späten Abend. Man sieht, dass das „Gai Jatra“ Fest ein sehr fröhliches und freudiges Fest ist, das den Leuten dabei hilft, die Realität des Todes zu begreifen, damit sie sich auf das Leben nach dem Tod gut vorbereiten können.

Im nächsten Post beschäftigen wir uns mit dem „Dia de Todos los Santos“ in Guatemala.



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