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Gruselgeschichten, Mysteriöse Ereignisse, Sonstiges von Angst bis Zombie, Spukorte und Mysteriöses

Grusel-Special: Horrormythen unserer Zeit Teil 2 von 3

veröffentlicht am Mai 31, 2015 von Irres Irrlicht | abgelegt unter Gruselgeschichten, Mysteriöse Ereignisse, Sonstiges von Angst bis Zombie, Spukorte und Mysteriöses

Hier kommt auch schon der zweite Teil des Grusel-Specials über die schaurigsten Horrormythen unserer Zeit.

 

Das Mädchen in Weiß 


Kulmbach, 1559

Albrecht der Schöne, ein Adliger aus dem Hause Hohenzollern, hatte sich in die Witwe Kunigunde von Orlamünde verguckt. Doch bevor er sie zur Frau nehmen wollte, sollten erst die „vier Augen, die im Weg stünden“, verschwinden. Gemeint waren mit dieser interpretationswürdigen Aussage seine Eltern. Verstanden hat Kunigunde, dass ihr baldiger Gatte von ihren Kindern sprach. Folglich stach sie ihren Kindern in den Kopf und tötete sie. Davon nicht sonderlich angetan sagte sich Albrecht von Kunigunde los.  Kunigunde gründete nach einer kleinen Irrfahrt und Läuterung in Rom das Kloster Himmelkorn im Einflussbereich der Hohenzollern. Nach ihrem Tod traten immer häufiger weiße Frauen auf der Plassenburg bei Kulmbach in Erscheinung und verkündeten dem Stamm der Hohenzollern kommende Todesfälle oder nahendes Unglück. Mit der Zeit begann die als Geist der verstorbenen Kunigunde identifizierte weiße Frau mit Ketten zu rasseln, Hofdamen zu erschrecken und Bedienstete zu erwürgen, was dazu führte, dass der Markgraf Georg Friedrich I. die Plassenburg verließ.

 

 

Kulmbach, 2015

Auf einem leicht ansteigenden Hügel, von einem traumhaften europäischen Laubwald umgeben, steht sie da: die Plassenburg bei Kulmbach. Beliebtes Ausflugsziel, noch beliebteres Fotomodell. Die Frau in Weiß wurde schon lange nicht mehr gesehen, trotz der lokalen Bemühungen, die Legende am Leben zu halten.

Die Geschichte der Frau in Weiß von Hohenzollern ist zwar in zahlreichen Chroniken übereinstimmend geschildert, die Figur der Kunigunde weist jedoch kaum eine historische Grundlage auf. Generell finden sich in vielen adligen Häusern Europas Erzählungen von einer Frau in Weiß oder einer Art Poltergeist. Vor dem Hintergrund der Gegenreformation in der frühen Neuzeit avancierte die hauseigene Spukgeschichte zum Statussymbol für das Fürstenhaus von Welt. Während die Frau in Weiß in diesen neuzeitlichen Sagen oftmals friedlicher Natur ist, erhielt vor allem der Aspekt des Todesomens Einzug in moderne popkulturelle Geschichten rund um die Frau in Weiß.

 



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