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Sonstiges von Angst bis Zombie, Unheimliche Natur

Zombies in der Tierwelt

veröffentlicht am Oktober 7, 2015 von Irres Irrlicht | abgelegt unter Sonstiges von Angst bis Zombie, Unheimliche Natur

Zombies kennt man eigentlich nur aus Horror-Filmen und Geschichten. Dennoch haben die willenlosen Geisterwesen Vorbilder in der Natur, genauer gesagt in der Tierwelt.

Zombies entstehen der Legende nach meist durch Virusinfektionen. Es gibt zwar keine Viren, die Tiere in Geisterwesen verwandeln, aber es existieren Parasiten, die dies mit Tieren machen.

Einer dieser Parasiten heißt Leucochloridium paradoxum und ist ein parasitischer Saugwurm. Er entwickelt sich in den Fühlern von Schnecken und macht sie zum Köder für Vögel, indem er sich unter der Schneckenhaut bewegt und farbliche Reflexe erzeugt, die die Vögel aus der Luft wahrnehmen. Die Vögel fressen die Schnecken mitsamt dem Wurm und dienen diesem dann als Endwirt.

Wespen der Glyptapanteles-Art legen ihre Eier im Körper von Raupen der Mottenart Thyrinteina leucocerae ab. Nachdem die Parasiten durch die Haut der Raupe geschlüpft sind, verpuppen sie sich. Die Raupe wird dann zu einer Art willenlosem Zombie-Leibwächter und schwingt immer wieder ihren Kopf über den Kokons hin und her.

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Auch gibt es eine parasitische Wurmart, die Ameisen befällt und sogar ihr Verhalten manipuliert. Der Fadenwurm Myrmeconema neotropicum kapert das Nervensystem von Ameisen und färbt deren Hinterleib um, sodass er knallrot leuchtet. Dann gibt er dem Ameisenleib den Befehl, nach roten Beeren zu suchen und zwischen ihnen stehen zu bleiben. Willenlos setzt sich die Ameise zwischen die Früchte, reckt ihren roten Hinterleib in die Höhe und verharrt. Der Wurm muss in den Verdauungstrakt eines Vogels gelangen, um dort seine Eier abzulegen und diese über den Kot des Wirtes wieder in die Welt zu entlassen. Weil der rote Leib der Zombieameise zwischen den Beeren nicht auffällt, wird irgendwann ein Vogel zupicken und der Lebenszyklus des Wurms beginnt von neuem.

Auch eine Pilzart, Ophiocordyceps unilateralis, wächst auf Ameisen. Nach einer Infektionsperiode von drei bis sechs Tagen bewegt sich diese an einen Ort, der für den Pilz optimale Lebensbedingungen bietet, um dort zu sterben.

Saitenwürmer nisten sich in Heuschrecken ein und zwingen diese, sich ins Wasser zu begeben, damit sie sich fortpflanzen können. Zoologen der Universität Montpellier haben befallene Tiere beobachtet, wie diese reihenweise in einen Swimmingpool sprangen und ertranken, denn Heuschrecken können nicht schwimmen.

Dies sind nur einige von zahlreichen Beispielen. Das Erschreckende ist, dass auch Menschen von derartigen Parasiten befallen werden können. Ein Beispiel ist der Einzeller Toxoplasma gondii, der Schätzungen zufolge in den Gehirnen von 30 bis 50 Prozent aller Menschen schlummert. Eigentlich nistet er sich in den Hirnen von Mäusen und Ratten ein und lässt diese ihre Angst vor Katzen verlieren, sodass sie sich leichter fressen lassen. Die Katze dient dem Parasiten dann als Endwirt, in dem er sich vermehren kann. In den Gehirnen der Menschen sind die Folgen des Parasiten weitaus geringer. Dennoch wird aktuell über eine ähnliche Wirkung spekuliert. Forschungen der Prager Karls-Universität zur Folge begünstigt der Parasit Schizophrenie und Depressionen sowie diverse Persönlichkeitsstörungen.

Vielleicht sollte man einfach nicht so genau darüber nachdenken, denn allein der Gedanke daran, von einem Parasiten gesteuert zu werden kann einen in psychische Angstzustände versetzen.



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