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Medien, Sonstiges von Angst bis Zombie

Die schaurigen Ursprungsgeschichten von Grimms Märchen Teil 1: Rotkäppchen

veröffentlicht am März 30, 2016 von Irres Irrlicht | abgelegt unter Medien, Sonstiges von Angst bis Zombie

1185_boeses_rotkaeppchen_maerchen_halloween_damenkostuem_schwarz_rot_karnevalskostuem_halloweenkostueme_570370000-38914Die Geschichte vom Rotkäppchen kennt wahrscheinlich jeder, dem als Kind aus Grimms Märchen vorgelesen wurde. Doch in seiner Ursprungsfassung hatte die Geschichte keinerlei kindgerechten Unterhaltungswert. Wie alle Geschichten, die wir heute unter Kinder– und Hausmärchen kennen, sollten die Sagen in erster Linie dazu dienen, die Sittenlehre in einem gebildeten Haushalt zu übernehmen. Auch wenn die frühesten Fassungen ausschließlich mündlich überliefert wurden und daher mittlerweile verloren gegangen sind, ist auch in frühen verfügbaren schriftlichen Versionen die Brutalität gut zu erkennen, mit der der moralische Gehalt vermittelt wurde.

So sind auch in der Rotkäppchen-Geschichte einige Details abhandengekommen, die das Kindermärchen in ein völlig anders Licht rücken würden.
Der rettende Jäger, der das verschlungene Rotkäppchen samt Großmutter aus dem Wolfsbauch befreit, bleibt in den älteren Versionen der Geschichte aus. Das Märchen endet, nachdem der Wolf Rotkäppchen und Großmutter gefressen hat und sich mit vollem Bauch wieder ins Bett legt.

Zuvor muss Rotkäppchen jedoch noch einiges durchleiden. Dem Mädchen wird vom Wolf das Fleisch und Blut der zerstückelten Großmutter serviert, das sie unwissentlich isst. Anschließend soll sie sich ausziehen und zur Großmutter ins Bett legen, um einen Mittagsschlaf zu halten. Das Kind gehorcht, wundert sich jedoch über die körperliche Beschaffenheit der Großmutter, als diese sich anschmiegt.

Diese Passagen wurden, um die Geschichte kindertauglicher zu machen, im Lauf der Zeit abgeändert. Der ursprüngliche Zweck des Märchens war es, so lässt sich heute nachlesen, Kinder, insbesondere attraktive, wohlerzogene junge Damen dazu zu bewegen, niemals mit Fremden zu reden, da sie in diesem Fall sehr wohl die Mahlzeit für einen Wolf abgeben könnten. Auch wurde darauf hingewiesen, dass „Wolf“ nicht unbedingt bildlich zu verstehen sei. Es gebe immerhin viele Arten von Wölfen. Gefährlich seien vor allem solche, die auf charmante, ruhige, höfliche, bescheidene, gefällige und herzliche Art jungen Frauen zu Hause und auf der Straße hinterherlaufen. Unglücklicherweise seien gerade diese Wölfe die gefährlichsten von allen.

Obgleich die heutige Version der Rotkäppchen-Geschichte wenig blutrünstig, sexualisiert und brutal ist, ist der erzieherische Aspekt geblieben. Auch dem heutigen Rotkäppchen stößt Schlimmes zu, weil das Kind nicht auf den Rat der Mutter hört und vom Weg abweicht. Was anschließend mit dem Kind passierte, obliegt heute in weiten Teilen der Fantasie.



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