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Sonstiges von Angst bis Zombie

Die schaurigen Ursprungsgeschichten von Grimms Märchen Teil 4: Der Froschkönig

veröffentlicht am April 3, 2016 von Irres Irrlicht | abgelegt unter Sonstiges von Angst bis Zombie

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Das Märchen vom Froschkönig entstand Nachforschungen zufolge schon im Jahr 1808 unter dem Namen „Der eiserne Heinrich“. Bereits ein Jahr zuvor hatten die Grimms handschriftliche Notizen zu dieser Volkssage gesammelt und diese unter dem Titel „Die Königstochter und der verzauberte Prinz“ oder „Der Froschprinz“ niedergeschrieben. Ein Großteil war dabei in Prosa notiert und enthielt diverse Dialoge zwischen der Prinzessin und dem Frosch.

Die Märchen-Version „Der eiserne Heinrich“, die draus resultierte, beinhaltete einige Abweichungen zur heutigen, abgeschwächten Erzählform des Froschkönig-Märchens. Im Froschkönig wird der verzauberte Prinz von der Prinzessin in einem Brunnen gefunden, nachdem ihr Spielball versehentlich hineinfällt. Der Frosch bietet an, ihr den Ball wieder hinaufzubringen, sofern sie bereit ist, ihn mit nach Hause zu nehmen und bei sich wohnen zu lassen. Das Mädchen gehorcht und küsst den Frosch schlussendlich sogar, wodurch es den Prinzen so von seinem Fluch befreit.

Im Eisernen Heinrich ist die Geschichte um einiges vielschichtiger. Die Prinzessin muss dem Frosch versprechen, Teller und Bett mit ihm zu teilen und wird trotz ihres Widerwillens schließlich vom höfischen Diener Heinrich und ihrem Vater dazu gezwungen, sich rechtschaffen und fromm an ihre Versprechen zu halten. Sie teilt Haus und Teller mit dem Tier, bekommt jedoch Panik, als sie es zu sich ins Bett nehmen soll. Sie wirft die als eklig beschriebene Kröte mit aller Kraft gegen die Wand, was den Fluch bricht. Als der Prinz und die Prinzessin heiraten, springen drei Ketten des Dieners Heinrich mit einem lauten Klirren von seinem Herzen, da sein Herr wieder frei ist.

In der Erstschrift des Märchens mit dem Titel Der Froschprinz steigert sich die Komplexität weiter. Die Prinzessin geht mit ihrer Schwester zum Brunnen, um Wasser zu holen. Das Brunnenwasser ist jedoch trüb, sodass sie es nicht schöpfen möchte. Am Brunnenrand sitzt ein Frosch und sagt:

„wann du willst mein Schätzchen seyn,
will ich dir geben hell, hell Wässerlein.”

Die jüngste Schwester willigt ein und plant, den Frosch zu betrügen, indem sie das Wasser schöpft und ihn dann zurücklässt. Abends, als sie im Bett liegt, krabbelt es jedoch an ihrer Türe und singt:

„Mach‘ mir auf! mach‘ mir auf!
Königstochter, jüngste,
weißt du nicht, wie du gesagt
als ich in dem Brünnchen saß,
du wolltest auch mein Schätzchen sein,
gäb‘ ich dir hell, hell Wässerlein.”

Sie öffnet und der Frosch hüpft zu ihren Füßen und sie lässt ihn in ihr Bett. So geschieht es auch die zwei folgenden Nächte. Am Morgen des dritten Tages liegt neben ihr schließlich ein Prinz, den sie erlöst hat. Die beiden heiraten und die anderen Schwestern ärgern sich, dem Frosch nicht geholfen zu haben.

Es existieren zahlreiche weitere Versionen des Märchens. Sie dienten alle dazu, junge Frauen dazu anzuhalten, sich an Versprechen gegenüber (Ehe)Männern zu halten und nur einem Mann die Treue zu schwören, egal wie abstoßend dieser sei. Viele der Geschichten sind stark sexuell konnotiert, da die Prinzessin die widerwärtige Kröte auf Geheiß des Vaters oder einer anderen Autorität mit in ihr Bett nehmen muss, Nacht für Nacht. Erst nach tagelanger Qual verwandelt sich das Tier in einen schillernden Prinzen, der die Geschichte durch seinen Eheantrag zum Guten wendet. Der romatische und vor allem freiwillige Erlösungskuss der Prinzessin wurde erst im nachhinein in die Geschichte eingebunden, um sie für Kinder aufzubereiten und das Ideal der freien, romantischen Liebe einzubringen.



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