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Sonstiges von Angst bis Zombie, Unheimliche Natur

Gruselige Legenden zur Weihnachtszeit: Der Mistelzweig

veröffentlicht am Dezember 25, 2016 von Irres Irrlicht | abgelegt unter Sonstiges von Angst bis Zombie, Unheimliche Natur

erhaengter_psycho_zauberer_zombie_schaedel_horror_deko_grau_rot_deko_halloweenparty_party_shop_dekorieren_online-54567Wenn Verliebte sich zum Jahresende unter einem Mistelzweig küssen, bringt das Glück für das kommende Jahr und die Liebe wird nicht erlöschen. Dieser Brauch ist seit Jahrhunderten in weiten Teilen der westlichen Welt bekannt.

Was jedoch kaum jemand weiß, ist, dass der Mistelzweig auch in anderen mythischen Geschichten vorkommt und dort mit Tod und Verderben in Verbindung gebracht wird.

Eine nordische Sage erzählt vom Tod Balders durch einen Mistelzweig.

Balder war Odins und Friggas Sohn und wurde als Gott des Lichtes und der Sonne, des Frühlings, des Guten und des Gerechten verehrt. Der Legende nach hatte seine Mutter Frigga eine Vision, in der sie sah, wie die Todesgöttin Hel ihren Sohn in das Reich der Toten entführte.

Odin rief daraufhin Wala, die Seherin der Unterwelt, aus ihrem Grab herbei und fragte sie nach dem Traum seiner Gattin. Wala bestätigte die Ahnung und sagte voraus, dass Balders blinder Bruder Hödur der Mörder sein würde.

Um dies zu verhindern, beschloss der Rat der Asen und Göttinnen, allen Geschöpfen einen heiligen Eid abzunehmen, Balder niemals etwas anzutun. Frigga selbst reiste durch die Welt und nahm Feuer, Wasser, Riesen, Elben, Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine und alle Existenz in strenge Eidespflicht. Doch sie übersah ein Geschöpf, da es ihr nicht stark genug erschien, ihrem Sohn das Leben zu nehmen: die Mistel.

Von diesem Moment an verfehlte jede Waffe ihr Ziel, die gegen Balder gerichtet wurde. Die Götter machten sich bald einen Spaß daraus, mit allen erdenklichen Waffen und Gegenständen auf den Göttersohn zu zielen, da sie ihn ohnehin nicht treffen würden. Loki, der wusste, dass die Mistel keinen Schwur abgelegt hatte, schnitze sich einen Pfeil aus einem Mistelzweig und ging, um dem bunten Treiben um Balder beizuwohnen.

Untätig abseits der Spielenden stand nur Balders Bruder, der blinde Hödur. Loki ersann eine List und bot ihm an, für ihn zu zielen, sodass Hödur nur schießen müsse und endlich einmal mitspielen könne. Hödur nahm Lokis Angebot mitsamt dessen Bogen und den Mistelzweig-Pfeil dankend an. Ohne es zu ahnen, tötete er so einen Bruder und die Weissagung der Wala erfüllte sich.

Nach einem ebenfalls durch Loki vereitelten Versuch, Balder aus dem Reich der Hel zurückzuholen, wurde Loki zur Strafe auf einer Insel im Totenreich an einen Felsen geschmiedet. Über seinem Kopf befestigten die Rächer eine Natter, die ihm unablässig ihr Gift aufs Antlitz träufelte. Seine Fau Sigyn saß Tag und Nacht neben dem Gefangenen und fing das Nattergift in einer Schale auf. Wenn die Schale voll war und sie aufstehen musste, um sie auszuleeren, traf das Gift den Leidenden und er wurde von brennendem Schmerz gequält.

Der Legende nach wird in diesen Momenten, bis heute, ganz Midgard erschüttert und die Erde erzittert. Der Fenriswolf heult, die Midgardschlange regt sich in der Tiefe des Meeres und lässt die Wellen überschlagen, Sturmfluten entstehen und die Welt droht unterzugehen. Dieses Erzittern und Toben nennen die Menschen Erdbeben oder Unwetter, doch der Geschichte nach ist es Loki, der sich unter dem Gift der Natter windet.

Somit hat die Mistel auch eine weniger harmonische Geschichte, die es zumindest für alle nicht Verliebten und Singles einfacher machen sollte, auf den Mistelkuss-Brauch zu verzichten.

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