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Seltsame Todesarten, Sonstiges von Angst bis Zombie, Spukorte und Mysteriöses

Kannibalismus-Fälle, Teil 3 – Schuldig oder nicht? Der Fall Alfred Packer

veröffentlicht am Oktober 3, 2018 von Jacqui the Ripper | abgelegt unter Seltsame Todesarten, Sonstiges von Angst bis Zombie, Spukorte und Mysteriöses

Horror-Beil Halloween-Axt Es begab sich im Jahr 1873, als Alfred Packer (auch Alferd Packer genannt aufgrund eines späteren Tattoos mit Rechtschreibfehler) mit zwanzig weiteren Minenarbeitern von Salt Lake City aus zu den San-Juan-Minen aufbrach. Nach zwei Monaten kamen die Männer im Lager der Ute-Indianer an, die den Männern davon abrieten, im hohen Schnee weiterzureisen. Im Lager der Indianer wurden sie gastfreundlich behandelt und bekamen Essen und Unterkunft.

Am 9. Februar machten sich aber sechs der Männer schließlich doch auf den Weg ins 120km entfernte Los Piños. Die Reise sollte zehn Tage dauern, doch nur einer von ihnen kam nach schließlich 65 Tagen in Los Piños an: Alfred Packer. Dieser gab an, dass zunächst einer der Männer an Schwäche starb. Dieser wurde von Packer und den anderen vier Begleitern aufgegessen, um dem Hunger entgegenzuwirken. Zwei weitere Begleiter sollen schließlich im Schnee gestorben sein und zu guter Letzt blieben Shannon Bell und Alfred Packer übrig. Bell soll in einem letzten Kampf von Packer getötet worden sein. Verdächtig wirkte damals, dass lediglich Bell und Packer bewaffnet und sie auch noch die zuletzt Überlebenden waren.

Schwäche oder Mord?

Sollen die übrigen Männer möglicherweise nicht an Schwäche, sondern in einem Kampf mit den zwei Bewaffneten gestorben sein? Denn Packer behauptete vehement, dass er Bell erschossen hätte und die anderen Leichen an Schwäche gestorben seien. Weiterhin soll Packer sich lediglich gegen Bell gewehrt haben, denn der hätte vorgehabt, mit seinem Beil alle Männer zu töten.

Bevor in der Geschichte aber weiter ermittelt werden konnte, flüchtete Packer. Erst ein Jahr später stieß ein Zeichner auf fünf Leichen in einem dichten Waldstück, die Leichen der Minenarbeiter. Diese zeigten deutliche Spuren von Gewalt. Packer wurde später verurteilt – zuerst zu Tode wegen Mordes, später wurde dies aber zurückgezogen und stattdessen wurde er zu 40 Jahren Haft verurteilt. Er kam jedoch 1901 bereits vorzeitig frei.

Wenn Schuld nicht eindeutig nachzuweisen ist

Erst nach seinem Tod wurde Packer komplett freigesprochen. Im Jahr 2001 waren sich einige Experten sogar einig, dass Packers Unschuld bewiesen sei: Denn in einer Waffe, die in einem Museum lag und welche am Fundort der Leichen entdeckt wurde, fehlten zwei Kugeln. Dies passte mit Packers Aussage zusammen, dass lediglich Bell erschossen wurde. Später wurden außerdem an Bells Leiche zur Verifizierung Einschusswunden sowie Reste des Bleis der Kugel gefunden.

Ein Freispruch erster Klasse? Nicht für manch anderen Experten: An den anderen Leichen, die ja angeblich an Schwäche gestorben waren, wurden Einkerbungen an den Armknochen gefunden, die auf Gegenwehr gegen einen Angreifer schließen lassen. Das widerspricht somit Packers Aussage.

Die Kannibalen-Mensa

Das einzige, worüber man sich wohl einig sein kann, ist, dass Packer ein kauziger Kannibale war. Die Universität Colorado machte sich in den 60er Jahren auf jeden Fall den Scherz, ihre Mensa in Packers Namen umzubenennen. Da er offiziell „nur“ ein Kannibale und kein Mörder ist, wurde der Scherz aufgegriffen und noch heute kann man in der Uni-Mensa am Alferd-Packer-Grill oder an der Alferd-Packer-Salatbar speisen. Mahlzeit!



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