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Sonstiges von Angst bis Zombie

Ghule – Die unheimlichsten Kreaturen aus Legenden, Sagen und Fabeln, Teil 13

veröffentlicht am Mai 29, 2019 von Jacqui the Ripper | abgelegt unter Sonstiges von Angst bis Zombie

Die unheimlichsten Kreaturen

Der kleine Bruder des Vampirs ist nicht etwa die süße Fledermaus, sondern ein ganz anderes Wesen, das nicht nur schrecklich anzusehen ist, sondern auch noch auf dem Friedhof sein Unwesen treibt… der Ghul!

Für jemanden, der nicht besonders viel Wert auf sein Aussehen legt, ist der Ghul allerdings sehr erfolgreich in seinem Bestreben, Nahrung zu bekommen. Das liegt aber vor allem daran, dass es sich bei seiner Nahrungsquelle um Leichen handelt. Wie es dazu kommen kann, erfährst du in diesem neuen Blogartikel!

 

Herkunft des Ghuls und erstes Vorkommen

Wie so oft bei unheimlichen Kreaturen, ist es auch bei dem Ghul so, dass er aus alten Berichten entstanden und in die Mythologie eingegangen ist. Der Ghul stammt, wie auch der Dschinn, aus dem arabischen bzw. persischen Kulturkreis. Reisende im alten Arabien berichteten, dass untote Dämonen Leichen auffraßen und danach kurzzeitig deren Gestalt annahmen. Vor allem in den Märchen aus 1001 Nacht spielen Ghule eine Rolle, die den Menschen nichts Gutes wollen im Gegensatz zu den Dschinn, die den Menschen auch wohlgesonnen sein können. Die weibliche Form des Ghuls wird Ghula genannt.

In der europäischen Mythologie kommt der Ghul jedoch ursprünglich nicht vor. Erst, nachdem die Geschichten aus Tausendundeine Nacht übersetzt und in Europa veröffentlicht wurden, kannte man auch hierzulande den Ghul. Im 20. Jahrhundert erlangten die Ghule sozusagen ihren richtigen Durchbruch, denn durch die Schauer-Erzählungen von H.P. Lovecraft, in denen die Ghule hundeähnlich aussahen, verbreitete sich die Vorstellung des Ungeheuers bei uns.

 

Das Aussehen – durchscheinend oder fest?

Ghul Zeichnung

Wenn wir von einem Wesen hören, das sich bevorzugt auf Friedhöfen aufhält und den Leichenschmaus ganz besonders wörtlich nimmt, dann erwarten wir sicherlich ein nicht allzu schönes Aussehen. So ist es auch überliefert: Der Ghul tritt nicht immer als feste Gestalt auf, sondern kann auch als feinstoffliches Wesen auftauchen, durch das man hindurchgreifen kann. Sein Gesicht ist schrecklich: Die Haut totenbleich, die Wangen eingefallen und die Augen groß und milchig-trüb. Die Ohren sind spitz zulaufend, ähnlich wie bei Fledermäusen.

Das Gebiss des Ghuls ist affenähnlich, jedoch sind nicht immer alle Zahnreihen vorhanden. Er hat lange, dürre Hände und Finger, die mit scharfen Krallen besetzt sind. Ideal, um seine Opfer in Stücke zu reißen! Der Ghul hat Eselsfüße, die auch dann bestehen bleiben, wenn er seine Form ändert.

 

Eigenschaften des Ghuls

Denn kurzzeitig kann der Ghul seine Gestalt verändern. Das kommt vor allem den weiblichen Ghula zugute, die sich in ansehnliche Damen verwandeln können und so ihr menschliches Opfer in den Tode führen können, wenn ihr wahres Ich unentdeckt bleibt.

Wie erwähnt, ernährt sich ein Ghul hauptsächlich von Leichen – bevorzugt Kinderleichen. Würde man das Ungeheuer gefangen halten und dazu zwingen, sich vegetarisch zu ernähren, würde er kläglich verenden. Diese Art des Tötens des Ghuls hat mitunter sogar mehr Erfolgschancen als ein Kampf mit dem Untier. Ein Mensch würde unweigerlich als Verlierer aus dem Kampf hervortreten.

Dem Ghul wird eine Abhängigkeit von Vampiren nachgesagt. Sie sind die Diener der Vampire, welche dem Ghul Blut zum Trinken geben. Das mündet jedoch meist in eine Sucht und Abhängigkeit der Blutsauger. Das Blut hält die Ghule jung und wenn sie lange nichts zu Trinken bekommen, dann altern sie plötzlich und zerfallen zu Staub.

Einem Ghul begegnest du höchstwahrscheinlich bei Nacht auf dem Friedhof. Er hat sehr scharfe Augen und einen sehr gut ausgeprägten Geruchs- und Gehörsinn. Ein Ghul kündigt sich oftmals durch seinen grauenhaften Gestank nach Verwesung an.

 

Ghule in der Popkultur

So unbekannt wie der Ghul lange im europäischen Kulturraum war, so beliebt ist er nun in Büchern, Videospielen und Filmen.

In Dennis L. McKiernans Romanen sind Ghule so groß wie ein Mensch, leichenblass und mit hohlen Augen und rissigen Lippen beschrieben. J.K. Rowling lässt in “Harry Potter” einen Ghul auf dem Dachboden der Weasleys leben – er muss als Ersatz für Ron im siebten Teil herhalten, damit er und seine Freunde fliehen können, um nach Voldemorts Horkruxen zu suchen. Auch in weiteren Fantasy-Romanen wie in T.A. Barrons Merlin-Saga, in Frank Rehfelds “Zwergenbann” und in Brian Keenes Roman “Leichenfresser” kommen diese Wesen vor.

In dem Online-Rollenspiel “World of Warcraft” kommen Ghule als untote Kampfeinheit vor. In der “Fallout”-Reihe tauchen Ghule ebenfalls auf und können als normale Menschen, durch radioaktive Strahlung mutierte Menschen oder als menschenfressende Bestien auftreten. Die Videospielserie von “Risen” wartet mit Ghulen als schwarze, koboldartige Wesen auf, welche nach dem Tod eines Spielers die Leichen fressen.

Der erste Ghul in einem Langfilm tauchte 1933 im Film “The Ghoul” auf. Die Spielfilm-Reihe “Ghoul I-IV” von Ed Wood handelt von den Wesen und natürlich gibt es auch in der Serie “Supernatural” leichenfressende Ghule.

Erzähl uns in den Kommentaren, was du über den schaurigen Ghul denkst! Sind dir selbst schon Geschichten über Ghule begegnet?

Zu Teil 1: Das Ungeheuer von Loch Ness

Zu Teil 2: Bigfoot

Zu Teil 3: Dämonen

Zu Teil 4: Vampire

Zu Teil 5: Werwölfe

Zu Teil 6: Zombies

Zu Teil 7: Meerjungfrauen

Zu Teil 8: Wendigo

Zu Teil 9: Drachen

Zu Teil 10: Geister

Zu Teil 11: Hexen

Zu Teil 12: Der Chupacabra



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